Neue Art der Traumabehandlung: EMDR versus (Progressive) Counting

Neue Art der Traumabehandlung: EMDR versus (Progressive) Counting

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine Therapie, die oft erfolgreich ist und bei Psychotraumas unterschiedlicher Art eingesetzt wird. Viele Menschen erfahren nach schrecklichen traumatischen Erlebnissen psychische Probleme. Manchmal ist dies aber auch nach weniger einschneidenden Erfahrungen der Fall. Die negativen Folgen der großen und kleinen Traumata können z. B. sein: ein zwanghaftes Wiedererleben der traumatische Erfahrung, Dissoziation,  Verdrängung, Angstreaktionen oder ein negatives Selbstbild. In schweren Fällen können Traumata zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen.

Verhaltenstherapie bietet verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für psychische Traumata, unter anderem Prolonged exposure (PE)-Therapie oder Flooding wobei der Klient die traumatischen Erfahrungen unter Aufsicht wiedererlebt, bis Gewöhnung auftritt, und der Stimulus der belastenden Erinnerung keine Stressreaktion mehr hervorruft.

Eine Variante davon ist die EMDR-Therapie, eine Therapie, die auf den ersten Blick den Anschein von Quaksalberei und Unsinn erweckt, deren Wirksamkeit aber wiederholt nachgewiesen wurde. Vereinfachte Zusammenfassung: Der Klient wird gebeten, sich auf die schlimmsten Erinnerungen zu konzentrieren, während der Therapeut vor den Augen des Klienten die Finger hin und her bewegt, etwa eine halbe Minute lang.

EMDR versus (Progressive) Counting

Der Klient folgt der Bewegung der Finger mit den Augen. Dann berichtet der Klient über die in der kurzen Zeit hochgekommenen Gedanken, Bilder und Gefühle, konzentriert sich wieder hierauf , wobei der Therapeut die Finger bewegt etc. Dies wird fortgesetzt, bis der Klient keine traumatischen Erinnerungen mehr erlebt.

Mehrere Forscher ( siehe z. B. Marcel A. van den Hout, Iris M. Engelhard, How does EMDR work, Journal of Experimental Psychopathology 2012, Volume 3 (2012), Issue 5, 724–738) kommen in letzter Zeit zu dem Schluss, dass EMDR gut funktioniert, aber dass die bewegenden Finger kein notwendiger Teil der Behandlung sind. Es hat den Anschein, dass der helfende Mechanismus neben Extinktion/Löschung (einer Lernmethode, die auf klassischer Konditionierung basiert) auch die hohe Belastung des Arbeitsspeichers ist, die bewirkt, dass die belastenden Erinnerungen abgeschwächt werden, wenn gleichzeitig mit der Vorstellung der unangenehmen Erinnerungen eine andere das Gedächtnis belastende Aufgabe durchgeführt wird, wie die Beobachtung der Finger des Therapeuten oder auch Konzentration auf die Atmung (siehe den Vergleich von Achtsamkeit und EMDR).

In letzter Zeit erscheinen auch Artikel, die EMDR mit verschiedenen therapeutischen Zählmethoden vergleichen (Counting- oder Progressive Counting-Verfahren), die leichter als EMDR durchzuführen und zu erlernen sind und zu sehr guten und ermutigenden Ergebnissen führen….

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Maria Trepp

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